Der Ort Tonndorf (Bundesland Thüringen) liegt an der alten Erfurt - Saalfelder Handelsstraße, etwa 12,5 km süd- westlich von Weimar im Kreis Weimarer Land.
Die umgebenden Orte sind Meckfeld und Gutendorf im Norden, Tiefengruben im Nordosten, Kranichfeld im Süden, Hohenfelden im Südwesten und Nauendorf im Nordwesten, mit welchen Tonndorf durch Verbindungsstraßen oder Feld- bzw. Wirtschaftswege verbunden ist. Nächster Bahnhof ist Kranichfeld (5km entfernt).
Von großräumiger Bedeutung sind die, im Umkreis von ca. 20 km liegenden Ortszentren Jena und Erfurt sowie die, 6km nördlich von Tonndorf liegende Autobahn A4 (Frankfurt-Dresden).Karte vergrößern: Umliegende Orte
Von überregionaler Bedeutung sind die geringen Entfernungen zur B87 (Ilmenau-Leipzig), zur B85 (Kronach-Bad Franken-hausen) und zur B7 (Erfurt-Jena).

Tonndorf liegt am Rande der steilen Muschelkalkstufe des Tannrodaer Sattels im Tal des Tonndorfbaches in 326 m Höhe. Der steile Abfall besteht aus den eben-plattigen Kalksteinen des Unteren Muschelkalks, während sich der Ort im Bereich der violetten und grauen Tonsteine und der sandhaltigen Tone des Oberen Buntsandsteins befindet. Im Tale sind jüngere Lehme, südlich der Straße die plattigen bis bankigen Sandsteine des Mittleren Buntsandsteins anzutreffen.
Auf den nach Süden geneigten Wellenkalkhängen sind artenreiche Blaugras-Kiefernforste ausgebildet. In den Gründen und an sanfter geneigten Hängen stocken Buchenwälder.
Tonndorf ist umgeben vom Landschaftsschutzgebiet Ilmtal, aus dem es jedoch zusammen mit den umliegenden Gemeinden ausgenommen ist.

 
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  Tonndorf besitzt eine für ländliche Siedlungen außergewöhnliche Siedlungsform. Der früher befestigte Teil des Ortes bildet ein Quadrat von 360m in Länge und Breite mit je zwei von Ost nach West und Nord nach Süd verlaufenden Straßen. Das Dorf besaß vier Tore, das Töpfertor im NW, das Schloßtor im NO, das Gerstenhauertor im SW und das Böttnerstor im SO. Das Grundgerüst ähnelt damit sehr dem einer Kleinstadt, obwohl Tonndorf nur Marktflecken war. Vom Planschema weicht die Straße am Karte vergrößern: Wegenetz Tonndorfehemaligen Brauhaus ab. Sie ist zur Aufnahme eines Teiches erweitert. Am südöstlichen Rand der planmäßigen Anlage schließt ein haufendorfförmiger, unregelmäßiger, vermutlich später geschaffener Siedlungsteil am Palmanger an. Hier war ehemals das Töpferhandwerk zu Hause.

Die Flurkarte von 1841 stellt die heute noch erkennbare Struktur des Ortes dar. Die Wohnhäuser mit nebenliegender Torfahrt orientieren sich traufseitig zur Straße, so daß die Straßenraumkarten von der Reihung der Wohnhausfassaden im Wechsel mit den geschlossenen Torfahrten bestimmt werden. Oftmals befindet sich hinter dem Wohnhaus ein schmales, an die Grenze zum Nachbragrundstück anbindendes Seitengebäude sowie ein rückwärtiges Wirtschaftsgebäude (Scheune). Der hinter diesem Wirtschaftsgebäude verbleibende Raum dient als Garten, dessen Raumkante von den Einfriedungen der Gärten (Natursteinmauer bzw. relativ blickdichte Bretterzäune) und den rückwärtig liegenden Traufseiten der Scheunen geprägt ist.

Am Ortsausgang nach Tiefengruben stehen unter zwei alten Kastanienbäumen zwei Malteserkreuze aus Sandstein mit eingearbeiteten Kreuz- und Lanzendarstellungen aus dem 14. Jh. Für einen Totschlag gab es im Mittelalter keine allgemeingültige Rechtssprechung. Zurückgehend auf die Sitte der Blutrache war der Mord oder Totdchlag eine Angelegenheit zwischen der Familie des Getöteten und dem Täter und konnte durch bestimmte Sühneleistungen und kirchliche Bußen beglichen werden. In der Regel wurde das Kreuz an der Stelle, wo die Mordtat geschah, aufgestellt. Da es aber nicht nur an die Tat erinnern, sondern den Vorüberziehenden auch zum Gebet anhalten sollte, erfolgte die Aufstellung vielfach an verkehrsreichen Stellen, Wegkreuzungen und Kirchen. In Tonndorf wählte man den östlich vom Ort gelegenen Weg zum Schloß.
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Urkundlich wird Tonndorf im Jahre 706 als Tunecdorf erstmals erwähnt. Sprachlich gehört der Ortsname zu mhd.tunc = eingetiefte Hütte.
Tonndorf war im Mittelalter ein Herrschaftsmittelpunkt, später Amtssitz. Im Ort hatten die meisten Erfurter Klöster (St. Peter, Neuwerk, Augustiner, Severi- Stift, Großes Hospital) und das Kloster Berka grundherrliche Rechte.
Durch den Besitz Erfurter Bürger und den durch Tonndorf gehenden Handel Erfurts mit Böhmen erhielt der Ort schon frühzeitig einen kleinstädtischen Einschlag.

Auf einer Anhöhe, etwa 0,6 km nördlich des Dorfes und durch den markanten Bergfried weithin sichtbar, befindet sich die Burg Tonndorfs. Diese, wohl zum Schutz der alten Erfurt-Saalfelder Handelsstraße, im 12. Jh. erbaute Burg war Mittelpunkt einer kleinen Herrschaft, die bereits 1248 bezeugt ist und zunächst Mainzer Lehen der Grafen von Weimar-Orlamünde war. 1235 wurde sie an die Burggrafen von Kirchberg verpfändet, 1277 bis 1287 nahm der Erzbischof sie kurze Zeit in eigene Verwaltung. Im Lehensbesitz der Grafen von Weimar-Orlamünde wurde sie 1346 im Grafenkrieg von der Stadt Erfurt erobert, und seit 1351 war sie fester Besitz der Stadt Erfurt. Sie stellte deren Vorposten gegen die Saale dar. Die Burg wurde im Bauernkrieg 1525 von den Bauern erstürmt und teilte dann das wechselvolle Schicksal des Amtes Tonndorf.

Die Landwirtschaft bildete den vorherrschenden Wirtschaftszweig. Sie wurde vornehmlich von Mittel- und Kleinbauern betrieben. Es gab 1597 vier Freigüter.
Schon im 16. Jh. arbeiteten außerhalb des Ortes die beiden Mühlen, die Ober- oder Malzmühle und die Untermühle. Im Laufe des 19. Jhs. nahm das Handwerk ab. Im 18. und 19. Jh. wurden hier Töpferei und Leinweberei betrieben, im 19. Jh. die Korbflechterei eingeführt. Von wirtschaftlicher Bedeutung waren auch die Steinbrüche in der Gemeindeflur. Am Wege nach Kranichfeld wurd im 19. Jh. eine Ziegelei betrieben.

Als Rastort an der Böhmischen Straße spielte Tonndorf eine wichtige Rolle. Ein Wirtshaus wird schon 1563 erwähnt. Im Dreißigjährigen Krieg erlebte Tonndorf infolge seiner Verkehrslage umfangreiche Zerstörungen. Großbrände wüteten 1756 (51 Wohnhäuser) und 1762 (31 Wohnhäuser).

   
 
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Lage im Raum
Das Ortsbild
Geschichte von Tonndorf
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